Resident Evil vs ALIEN (Vorgeschichte zu einem LARP)

Benutzeravatar
RespawnLARPer
Administrator
Beiträge: 48
Registriert: Mo 15. Feb 2016, 21:26
Wohnort: Eching
Kontaktdaten:

Resident Evil vs ALIEN (Vorgeschichte zu einem LARP)

Beitragvon RespawnLARPer » Di 16. Feb 2016, 22:57

Bild

HTML-Version mit Bildern:
http://www.hellcreature.de/larp-berichte/m55.htm


Version Dez`2008
(Dieser Text ist noch in Bearbeitung und stellt lediglich eine vorläufige Version dar!!!
Rot geschriebene Stichpunkte sind noch komplett fehlende Kapitel.
Special Thanks an Volker,
der mir eine Stichpunktliste mit den Beweggründen und Gedanken seines gespielten NSC-Charakters erstellt hat -> Ryan)


Jessica Taylor lag schlaflos in ihrem Bett und starrte an die Decke. Neben sich hörte sie die
gleichmäßigen Atemzüge ihres Verlobten. Er konnte die Hochzeit schon nicht mehr erwarten und
hatte sich zusammen mit seinem Bruder begeistert in die Vorbereitungen gestürzt und Unmengen
an Einladungen verschickt.
Jessica hatte das Gefühl irgendetwas würde ihr die Kehle zuschnüren. Vorsichtig drehte sie ihren
Kopf und betrachtete Ryan, der tief schlief. So friedlich lag er da und dennoch konnte er bei
jeder Kleinigkeit extrem explodieren. Manchmal hatte Jessica richtig Angst vor ihm, auch wenn
er sie nie geschlagen hat und dennoch liebte sie diesen Querkopf.
Aber sie konnte ihn unmöglich heiraten... Sie konnte ihm auch nicht sagen weshalb, denn sie hatte
sehr große Angst davor, dass er ausrasten würde...
Eine Träne rann über ihre Wange und fast ruckartig richtete sie sich im Bett auf. Gleichzeitig
gefror ihr das Blut regelrecht in den Adern, als Ryan sich im Schlaf umdrehte. Offensichtlich
gestört durch ihre ruckartige Bewegung... doch er wachte nicht auf.
Vorsichtig schob Jessica ihre Beine unter der gemeinsamen Bettdecke hervor und schwang sie über
die Bettkante, auf welcher sie sitzen blieb und zum Fenster hinaus starrte.
Jedenfalls hätte sie das, wenn die Jalousien nicht zu gewesen wären. So ging ihr Blick nur in`s Leere.

Vor wenigen Monaten war ein neuer Mitarbeiter im Labor eingestellt worden. Nathan hiess er.
Sie hatte sich auf Anhieb gut mit ihm verstanden und genoss die Zeit, die sie mit ihm verbringen konnte.
Es waren völlig andere Gespräche mit ihm möglich, als mit Ryan, der nur seine Waffen im Kopf
zu haben schien... Manchmal glaubte Jessica er liebte seine Waffen mehr als sie...
Jessica stützte ihre Ellbogen auf die Knie und vergrub ihr Gesicht in ihren Händen, während sie
hinter sich Ryan noch immer gleichmässig Atmen hörte.
Ihre Gedanken schweiften wieder ab und sie erinnert sich an den Tag, an dem sie bei Nathan mit ein
paar Kollegen eingeladen war. Es wurde spät und als alle Anderen schon gegangen waren, schenkte
Nathan ihr noch ein Glas Wein ein. Es wurde eine sehr sehr lange Nacht und Jessica bereute es nicht.
Nathan hatte sie mit seiner galanten Art völlig in seinen Bann gezogen.
Doch nun saß sie hier mit einem Kind unter dem Herzen, das nicht von Ryan war...
Sie konnte ihn jetzt doch unmöglich heiraten...
Und da er erst seit wenigen Tagen von einem Einsatz zurück war, käme es ohnehin früher oder später
heraus, dass das Kind nicht von ihm sein konnte und es ihm als sein eigenes Kind unter zu schieben
käme für sie auf keinen Fall in Frage. Mit einer solchen Lüge wollte sie nicht leben.
Nathan hatte ihr ein gutes Angebot gemacht. Sie war sich unsicher, ob sie das Angebot annehmen sollte,
zumal der Preis dafür sehr hoch war, aber sie hielt es nicht mehr mit Ryan im selben Haus aus.
Sie musste gehen!



"Du bist schon wach?" hörte sie Ryan hinter sich.
Jessica schreckte aus ihren Gedanken. Sie saß noch immer am Bettrand.
"Ich konnte nicht mehr schlafen, irgendwie geht es mir nicht besonders..."
antwortete sie und blickte auf die Uhr. Schon kurz vor 5 Uhr Morgens? Hatte sie so lange
sitzend am Bettrand ausgeharrt?
"Das ist die Aufregung wegen der Hochzeit in zwei Wochen." meinte Ryan lächelnd.
Er wühlte sich ebenfalls unter der Bettdecke hervor und kroch auf Jessica zu. Sacht
strich er ihre Haare aus dem Nacken und küsste sie sanft auf ihre Schulter.
"Na komm, ein paar Minuten habe ich noch und wir sehen uns die nächsten zwei Wochen
so schnell nicht mehr...", doch Jessica wand sich aus seinem Griff und stand fast etwas
zu hastig auf.
"Es tut mir leid... aber ich fühle mich wirklich nicht besonders..."
"Na ich hoffe das hat sich bis zu unserer Hochzeitsnacht gelegt...!" grummelte Ryan etwas
enttäuscht und schwang sich ebenfalls aus dem Bett.
Er wollte sie nochmal in den Arm nehmen, aber da hatte sie schon das Schlafzimmer verlassen
und rief etwas von Frühstück für ihn machen.
Ryan schlurfte hinüber in`s Bad um sich fertig zu machen, blieb jedoch im Türstock stehen
und blickte den Gang hinunter in die Küche, wo Jessica schon emsig am vorbereiten war...
Was war nur mit ihr los? So kannte er sie garnicht. So nervös, abweisend und zerstreut...
Aber er wischte seine Bedenken wieder beiseite. Sie hatte immer Angst um ihn, wenn er etwas
länger auf einen Einsatz musste und nun stand auch noch ihre Hochzeit bevor. Wahrscheinlich
war ihr gerade alles etwas zu viel. Aber er konnte es nicht ändern. Es war nun mal sein Job
und er liebte seinen Job bei den Colonial-Marines.

Jessicas Hände zitterten, als sie den Frühstückstisch deckte. Immerwieder musste sie etwas
holen, weil sie entweder ein Messer oder die Butter vergessen hatte... Sogar für die Tassen
musste sie nochmal laufen. Ryan mochte es nicht, wenn man etwas vergaß... Hastig überprüfte
sie, ob nun wirklich alles Perfekt war, bevor Ryan aus dem Bad zurückkam.
Ryan erschrack fast, als er das zitternde Nervenbündel am Tisch stehen sah und zog Jessica
sanft in seine Arme.
"sssschhhht Sternchen, es wird alles gut. Mir wird schon nichts passieren. Meine Eltern werden
Dir bei den restlichen Hochzeitsvorbereitungen helfen und mein Bruder und ich werden rechtzeitig
zurück sein um auch noch beim Rest ordentlich mit anzupacken"
Er gab ihr einen sanften Kuss auf die Stirn und setzte sich dann an den Frühstückstisch, während
Jessica eilig in`s Bad verschwand.
„Wo ist der Honig?!“ rief Ryan noch, aber da war Jessica schon verschwunden und hatte ihn offenbar
nicht gehört. Also musste er ihn wohl selbst holen...
Wenig später betrachtete er lustlos sein Honigbrot.
Er brachte kaum einen Bissen runter. Jessicas Verhalten machte ihn unruhig und nachdenklich...

Als Ryan das Haus endlich verlassen hatte, blickte ihm Jessica noch lange nach. Der Abschiedskuss
war sehr intensiv ausgefallen. Intensiver als ihr lieb gewesen war…. und seine, vor Freude strahlenden
Augen brannten sich in ihr Gewissen
Es ging nicht... sie konnte ihn unter diesen Umständen auf keinen Fall heiraten. Es war schon alles
vorbereitet und sie würde noch heute den Stützpunkt verlassen.
Ein letztesmal musste sie noch in`s Labor und ihre Keykarten abgeben und noch ein paar Dinge abholen...
Ryan wusste nichts von ihrer Kündigung…

Als Jessica mit einer großen Sporttasche, worin sie angeblich ihre privaten Dinge aus ihrem Spint hatte,
sowie den Teil ihrer Diplomarbeit, welchen sie mitnehmen durfte, die Laboratorien verließ,
wartete Nathan bereits auf sie, um sie abzuholen.
„Hast Du alles“ wollte Nathan wissen, als er ihr in den Gleiter half, der sie zum Flugdeck bringen sollte.
Jessica nickte nur knapp. Ihr war absolut nicht wohl bei der Sache…
„Keine Sorge Jessica, Du tust das Richtige.“
„Aber was, wenn die Dinge, die ich für Dich da drin…. „organisieren“ sollte… in die falschen Hände fallen?“
gab Jessica zu bedenken.
„Hier sind sie in den falschen Händen und das weißt Du Jessica. Man würde hier doch nur versuchen
neuartige biologische Waffen zu entwickeln….
Du weißt, dass wir bei ImmunoControl führend in der Herstellung von Impfstoffen sind und die Dinge,
die Du uns besorgt hast, werden uns helfen unsere Position auch zu halten.
Wir sind ganz dicht an einer bahnbrechenden Sache und Du wirst ein Teil davon
sein meine Liebe.“
Sanft küsste er sie bei diesen Worten auf die Lippen und spürte, wie sich Jessicas Anspannung langsam
löste. Sie vertraute ihm blind. Wie naiv konnte ein einzelner Mensch nur sein, dachte Nathan bei sich und
grinste innerlich in sich hinein.
Aber Jessica war ja nicht die Erste, die er auf diese Weise um den Finger gewickelt hatte um an
die Materialien zu kommen, die er brauchte.

Das Shuttle, das sie in das Plejaden-System bringen würde stand bereits bereit. Jessica half beim
beladen des Shuttles und stockte mitten in der Bewegung, als sie ein paar Flugfelder weiter ein ‚Dropship
der Colonial-Marines stehen sah.
Sie konnte Ryan zwar nicht sehen, aber sie wusste, dass er dort drüben sein würde. Nathan bemerkte ihr zögern
und zog sie schnell an sich heran.
Ernst blickte er ihr in ihre Augen.
„Wenn Du hier bleiben möchtest, dann musst Du Dich jetzt entscheiden! Du weißt,dass Du jedesmal Angst
haben wirst, wenn Ryan zu einem Einsatz muss. Und irgendwann kommt der Tag, an dem er vielleicht
nicht mehr zurückkehrt…
Jessica schüttelt den Kopf und flüstert leise "er soll in das Klon-Programm aufgenommen werden...".
Sanft strichen Nathan`s Finger über ihre Wangen und er sah sie noch eindringlicher an.
"Sie können vielleicht seine Erinnerungen auf einen neuen Körper übertragen... Aber auch die Seele eines Menschen?
Die Seele eines Menschen besteht nicht nur aus dessen Erinnerungen Jessica! Jene Marines in dem Klon-Programm
sind nur noch Schatten dessen, was sie vor ihrem ersten Tod waren. Sie glauben noch Menschen zu sein und doch
sind sie nichts weiter als Maschinen, die ihre Befehle ausführen...
Bedenke, dass Du diese Entscheidung nicht nur für Dich triffst und
Nathan strich dabei mit einer Hand über Jessicas Bauch, wo es noch zu früh war, um zu sehen, dass
sie Schwanger war. Wie immer Du Dich entscheidest… Tu es nicht nur für Dich, sondern auch für unser
Kind…
Ich warte im Shuttle… Wir heben in 5min ab und ich hoffe Du wirst dann neben mir sitzen Jessica…“
Er küsste sie noch einmal sanft und ging dann ohne sich umzusehen in`s Shuttle.
Jessica hätte ansonsten sein geradezu dämonisches Grinsen gesehen…
Im Grunde war es ihm egal, ob sie ihm nachfolgen würde oder nicht. Hauptsache er hatte das biologische
Material, das ihm Jessica aus dem Hochsicherheitsbereich herausgeschmuggelt hatte.
Lieber wäre es ihm ohnehin, sie würde bleiben, denn ein Kind konnte er jetzt garnicht brauchen...,
aber ihm würde schon was einfallen, wenn sie ihm folgen sollte.

Nur wenige Sekunden, bevor die Schotts des Shuttles schlossen, stieg Jessica zögerlich zu. Suchend blickte
sie sich um, bis sie Nathan ganz weit hinten entdeckte und gesellte sich zu ihm.
Schweigend setzte sie sich neben ihn und flüstert mit hängendem Kopf "...für mich gibt es kein
zurück mehr..."
Dann blickte sie zu Nathan auf und lächelte ihn erst zurückhaltend, dann zuversichtlich an, während das
Shuttle an dem Dropship vorbeizog, mit Kurs auf die Plejaden.


***

Gajendra starrte Kito ungläubig an. Zwei Kopfgeldjäger bogen ihr unsanft die Arme auf den Rücken und traten
ihr in die Kniekehlen, so dass sie auf die Knie fiel und der Schmerz in ihren Armen explodierte.
Kito kauerte sich neben sie; packte ihre Haare und überstreckte ihren Kopf nach hinten. Gajendra biss die
Zähne zusammen und unterdrückte jeglichen Laut. Sie wollte Kito nicht den Triumph gönnen sie leiden zu sehen.
Ganz dicht kam er an ihr Ohr und flüsterte ihr zu...
"Hast Du wirklich geglaubt, ich würde nicht dahinter kommen, dass dich Serif als Spitzel zu uns geschickt hat Chema?!"
Gajendra spürte soetwas wie eine Klinge an ihrem Hals und einer der Kopfgeldjäger brummte etwas von...
"Denk dran...lebend ist sie uns mehr Wert..."
Kito schien das nicht zu passen und normalerweise würde er sich nicht um Geld scheren, wenn es um
Verräter ging... Was immer man ihm für ihre Auslieferung geboten hat, musste ihm eine menge Wert sein...
"Nach allem, was ich für Dich getan habe Chema ata Kisan... Du verdienst es nicht im Kreis der Fremen aufgenommen
worden zu sein und ein Fedaykin wäre aus Dir ohnehin nie geworden!"
Kito lachte laut auf und sein Lachen liess sogar die hartgesottenen Kopfgeldjäger frösteln.
"Schafft sie mir endlich aus den Augen, bevor ich mich noch vergesse!!!"
Bei diesen Worten versetzte Kito Gajendra einen Schlag mit dem Ellbogen gegen ihre Schläfe, so dass sie bewusstlos zusammenbrach.
Erst in einem Frachtraum, der zum Schiff der Kopfgeldjäger gehören dürfte, wachte sie wieder auf.
Sie war noch ganz benommen und eingetrocknetes Blut klebte an ihrem Ohr...
Seit wann wusste Kito schon bescheid?
Serif hatte sie damals in Kitos Gruppe eingeschleust, weil er den Verdacht hatte, dass Kito ihn stürzen wollte
und das friedliche Abkommen mit der Union zu sabotieren...
Kito war ein Fedaykin der alten Schule und ihm passten die Pläne Serifs ganz und garnicht.

Das Schott zum abgedunkelten Frachtraum öffnete sich und die beiden Kopfgeldjäger zeichneten sich als schwarze
Schemen im Gegenlicht des beleuchteten Ganges ab.
Eine dritte Gestalt trat hinzu und kam direkt auf Gajendra zu, die am Boden sitzend an eine Querstange gefesselt war.
"Ich hätte nicht gedacht, dass ich Dich mal wiedersehen würde Ronda... oder sollte ich besser Gajendra sagen?
Ach nein... Du nennst Dich ja jetzt Chema! Chema ata Kisan – das suchende Kämpferherz"
der Hohn in der Stimme ihres Gegenüber war kaum zu überhören.
Gajendra konnte sein Gesicht im Halbdunkel zwar nicht richtig erkennen, aber sie hatte ihn bereits an
seinem energischen Gang erkannt...
"Was willst Du von mir Aaron?" fragte sie kalt.
"Kannst Du Dir das nicht denken?! Und für Dich bin ich immernoch General Mayeng!"
"Willst Du wieder versuchen mich umbringen zu lassen? Deine Handlanger mit den Feuerwerfern
hatten damals auf Vakuhn ja kläglich versagt..." gab Gajendra schnippisch zur Antwort,
worauf eine schallende Ohrfeige in ihr Gesicht folgte und das Ohr wieder zu bluten begann...
"Du bist schon ein starker Mann Aaron... und sowas wie Dich habe ich mal geliebt..."
General Mayeng packte Gajendra wütend am Hals und drückte ihre Kehle zu, bis sie krampfhaft nach Luft rang.
"Wage es nicht von Liebe zu sprechen Du elendige Hure!" fauchte Mayeng sie an. Dann liess
er sie los, ehe sie das Bewusstsein verlieren konnte.
Mayeng richtete sich auf und in einem formellen und kalten Tonfall erklärte er;
"Du wurdest für den Mord an meinem Sohn, in Abwesenheit vor dem kelownischen Rat, einstimmig
für Schuldig befunden und zum Tode verurteilt!"
Würde Gajendra nicht ohnehin nach Luft ringen, hätte es ihr die Sprache verschlagen.
Mayeng wandte sich schon wieder zur Tür ab, als Gajendra ihm heiser nachrief...
"Du weisst verdammt gut, wer wirklich unseren Sohn umgebracht hat!"
Mayeng ging unbeeindruckt weiter und hörte gerade noch, wie Gajendra ihm nachrief, ob er sich eigentlich
noch im Spiegel ansehen könne, als sich das Schott zum Frachtraum hinter ihm schloss.

"Hui... dicke Luft im Hause Mayeng was?" kam es aus einer dunklen Ecke.
Gajendra drehte ihren Kopf so gut es ging, doch sie konnte den Unbekannten von ihrer Position aus nicht sehen.
"Wer sind sie?" presste sie angestrengt hervor.
"Nur jemand, der anscheinend den gleichen Weg hat wie Du..."


***

Ryan und sein Bruder James waren zwei Tage früher als geplant von ihrem Einsatz zurückgekehrt.
Nichts konnte Ryan nun aufhalten Jessica zu überraschen. Voller Vorfreude, sie wieder zu sehen
eilte er zu ihrer gemeinsamen Wohnung. James hatte Mühe ihm nachzukommen, ließ sich aber
ohnehin absichtlich etwas zurückfallen, dass Ryan in Ruhe Jessica erstmal alleine begrüßen konnte.
Nachdem er der Ansicht war Ryan hätte genug Zeit gehabt, betrat auch er die Wohnung.
Das Erste was ihm auffiel, war der vertrocknete Blumenstock im Flur.
Ryan fand er schließlich in der Küche.
"Oh man Brüderchen... einen grünen Daumen hat Deine Jessica wohl nicht... und das als Biologin?"
entfuhr es James lachend, doch das Lachen erstarb sehr schnell wieder, als er merkte, dass Ryan
wie angewurzelt vor dem Küchentisch stand und auf einen Zettel starrte, welcher dort lag.
James trat neben ihn und sein Blick glitt ebenfalls auf den Zettel, worauf der Verlobungsring Jessica`s
lag.
Laut hörbar sog James die Luft ein, als er den kurzen Satz las... >>Es tut mir leid... Jessica<<
"Sag mir, dass das nicht das ist was ich denke..." sprach Ryan leise zu seinem Bruder.
James hatte es die Sprache verschlagen und als er endlich ansetzen wollte etwas zu sagen,
was vielleicht eine ganz harmlose Erklärung bieten würde, piepte sein Com.
Seine Mine verfinsterte sich zusehends, als er dem lauschte, was ihm der Teilnehmer am anderen
Ende mitteilte, während Ryan noch immer auf den Zettel starrte und den Ring mittlerweilen fest umschlossen in seiner Faust hielt.
Es war, als würde er die letzten Tage vor seiner Abreise im Zeitraffer noch einmal durchleben.
Was war falsch gelaufen? Völlig durcheinander gewürfelt prügelten all seine Eindrücke und Gefühle
auf ihn ein…
Er liebte seine angehende Frau, doch durch seinen Dienst bei den Marines hatte er immer das Gefühl zu
wenig Zeit für Jessica zu haben.
Sie beteuerte ihm immerwieder, dass es für sie kein Problem sei...
Sie fühle sich gut aufgehoben hatte sie ihm am letzten Tag, an dem er sie gesehen hatte, versichert...
In den letzten Wochen vor der geplanten Hochzeit hatte er noch weniger Zeit als sonst, wesswegen
sein Bruder die Organisation der Hochzeit übernommen hatte.
Eigentlich wollte er die Hochzeit ja selbst, zusammen mit Jessica planen...,
aber durch seinen Dienst gestaltet es sich schwierig selbst zu
agieren und in der kurzen Zeit, wo er zu Hause war, war er immer sehr müde. Vielleicht zu Müde?
Hatte Jessica nichts mehr von seiner Liebe gespürt?
Ihr war es schon immer ein Dorn im Auge, dass er seinen Waffen mehr Aufmerksamkeit zuwendete,
aber dies hat seine Berechtigung. Er wird stets nach
einem Einsatz seine Waffen pflegen und seine Ausrüstung warten; sein Sarge verlangt dies so…,
denn ihre Truppe war im ständigen Wachzustand.
Aber Jessica wusste das… Warum war sie nun so einfach weg…?
Ohne ein Wort…? Nur dieser Zettel…?
Hatte sie einen Anderen? Der Verdacht war ihm schon öfter gekommen…
Seit sich Jessicas Schicht verschoben hatte, sah er sie erst weit nach Feierabend.
Sie hätte ständig im Labor zu tun… wie sie sagte…
Es gäbe einen neuen Kollegen Namens Nathan, der einzuweisen war. Er sei sehr nett…
War er möglicherweise in letzter Zeit zu gereizt und explosiv ihr gegenüber, da er den Verdacht hatte,
da wäre mehr mit diesem neuen Kollegen?
Er hatte sich vorgenommen Sachlich mit ihr darüber zu reden, aber wirklich geglückt war Ihm das nicht…
Hatte er sie damit vertrieben? Es war noch garnicht so lange her, da hatten sie beim Frühstück
so ein schönes Gespräch über ihr erstes Treffen,
dennoch wirkte Jessica, als würde sie etwas verbergen. Er hatte Angst ihr seine wahren Gefühle preis zu geben...
Ihr letzter Kuss, bevor er zum Dienst musste... unbeschreiblich...
Wo ist ihr Verbleib? Es schmerzt...

***

Der Flug dauerte etwa zwei Wochen, die Gajendra gefesselt auf dem Boden des Frachtraumes verbracht hatte.
Als sie endlich da waren wurde sie unsanft auf die Beine gerissen, die kaum in der Lage waren ihr Gewicht noch zu tragen.
Unbeholfen stolperte sie aus dem Frachtraum.
Auch den anderen Gefangnen, der bisher ausserhalb ihres Sichtfeldes gelegen hatte, zerrten sie aus dem Frachtraum.
Es war ein älterer Mann.
Beide wurden eine Rampe hinunter getrieben, an dessen unterem Ende General Mayeng stand und
mit finsterem Blick sich davon überzeugte, dass Gajendra auch ihren Bestimmungsort erreichte.
Als Gajendra auf einer Höhe mit Mayeng stand, blieb sie abrupt stehen und sah ihm fest in die Augen.
„Aaron…Verrate mir noch eines… Sind die Väter jener Jugendlichen, die damals aus Langeweile unseren
Sohn zu Tode geprügelt hatten noch immer im kelownischen Rat? Jenem Rat, der mich für diese
Tat nun zum Tode verurteilt hat…?“
Ein finsteres Lächeln umspielte Gajendras Züge.
Mayengs Blick blieb kalt. „Soren ist… war nicht Dein Sohn! Du hast Dich geschickt in unsere Familie
eingeschlichen und mich wie einen Trottel dastehen lassen, als heraus kam, dass Du eine Spionin aus Vorash bist!“
„Oh…. Das Schmerzt…“ spottete Gajendra.
„Dein Ruf ist Dir also wichtiger, als Deinem Sohn die Ehre zu erweisen, seine wahren Mörder anzuklagen…
Stattdessen deckst Du die Mörder auch noch, weil es die Söhne einflussreicher
kelownischer Familien sind… Ich liebte diesen kleinen Bengel, als sei er mein eigener Sohn! Eine Liebe, die Du
ihm NIE gegeben hast! Und selbst nach seinem Tod, denkst Du nur an Dich selbst…
Du benutzt ihn sogar um Dich an mir zu Rächen…
Ihr Kelowner seit so zu verachten!“
Hass glitzerte in Gajendras Augen und sie spuckte Aaron mitten in`s Gesicht, worauf sie einen derben Schlag in
die Magengegend kassierte, der sie zusammen sacken liess.
Als Mitglied der Fremengemeinschaft war ihr eine solche Wasserverschwendung verboten.
Zudem wäre es sogar eine Ehrerbietung gewesen vor jemandem zu Spucken.
Doch Gajendra wusste sehr genau, dass Aaron dies nicht wusste und es schon garnicht als Ehre empfinden würde angespuckt zu werden.
Von daher bereitete ihr diese Wasserverschwendung eine gewisse Genugtuung.
„Für unsere Taten werden wir uns beide in Heol verantworten müssen… “ keuchte sie und spottend fügte sie hinzu
„Ich halte das Feuer für Dich schon mal warm!“, als sie auch schon von den Kopfgeldjägern unsanft weiter getrieben wurde.

Man verband Gajendra die Augen und führte sie einige Treppen hinunter. Nachdem man sie durch einen langen
Gang gestossen hatte, nahm man ihr die Augenbinde wieder ab.
Sie war in einem hohen Raum, worin sich mehrere Zellen befanden. Optisch wirkte alles sehr steril, dennoch stank es nach Urin und Schweiss....


***

Jessica hatte sich schon ganz gut eingelebt in den neuen Laboratorien. Seit etwas über zwei Wochen ist sie schon hier.
Wie die Zeit vergeht... Ihre Kollegen sind alle sehr
nett, nur Prof. Dr. Dr. Dr. Anderson war etwas gewöhnungsbedürftig mit seiner zackigen und geradezu überheblichen Art.
Mit der Praktikantin Lya verstand sie sich besonders gut. Ihr hatte sie vor wenigen Tagen
sogar anvertraut, dass sie Schwanger war.
Nathan hatte es für besser gehalten, dass sie vorerst nichts von ihrer Schwangerschaft
erwähnt. Schon garnicht, dass das Kind von ihm sei, da sie sonst einen schlechten Start
im Labor hätte und Prof. Dr. Dr. Dr. Anderson sie sofort auf dem Kicker hätte...
Nathan arbeite leider in einem anderen Teil des Gebäudes und war für diverse Versuchsabläufe verantwortlich,
sowie Mitglied im Vorstand von ImmunoControl.
Jessica wusste nicht genau, worum es in den Versuchslaboratorien ging, denn alles war unter strengem Verschluss.
Nathan hatte dort extrem viel zu tun, wesswegen sie ihn nur noch selten sah, da er oft bis spät in der Nacht arbeitete.
Das hatte sie sich eigentlich etwas anders vorgestellt...
Aber er tröstete sie, dass alles Anders wird, wenn das Kind erst auf der Welt wäre und sie wieder
in der Lage ist zu arbeiten. Dann könne sie auch im Versuchslabor anfangen. Doch im Moment ist
das kein Ort für eine Schwangere.
Wie es Ryan jetzt wohl ging, fragte sie sich. Mittlerweilen müsste er ihr Verschwinden bemerkt haben...
Nun gab es wirklich kein Zurück mehr...


***


Mit einem lauten Donnern fiel die schwere Tür hinter Gajendra in`s Schloss. Die Zelle, in der
sie eingeschlossen war, war nicht sonderlich groß und durch die Gitterstäbe konnte sie die
Mitgefangenen in den anderen Zellen sehen.
Sie waren wie die Tiere eingeschlossen... Es gab nichtmal eine Toilette in den Zellen, sondern lediglich einen
Nachttopf hinter einem provisorischen Sichtschutz.
Nach den Regeln der Fedaykin, wäre es spätestens jetzt ihre Pflicht die Zyankali-Kapsel in ihrem Zahn
zu zerbeißen, sobald sie in Gefangenschaft geriet, doch sie erinnerte sich an die Worte des Jedis Quan-Chi, als er
zu ihr sagte, sie könne nicht ewig davonlaufen und solle sich ihrer Vergangenheit stellen.
Der Brauch des Freitods der Fedaykin bei Gefangenschaft, lag in deren Vergangenheit begründet, als das Volk der
Fremen versklavt worden war. Nie wieder wollten sie in Gefangenschaft leben.
Doch Gajendra war nun wegen ihrer Vergangenheit als Agentin aus Vorash hier... Nicht als Freme.
Der Jedi hatte recht… sie hatte zwar ein neues Leben begonnen, doch ihre Vergangenheit hatte sie wieder eingeholt....
Auch wenn sie für etwas verurteilt wurde, das sie nicht begangen hatte, so würde sie Mayeng nicht den Triumph
gönnen sich dem Urteil zu entziehen und einen leichteren... schnelleren Weg zu wählen.


***


Wie in Trance reinigte Ryan seine Dienstwaffe, die zerlegt vor ihm auf dem Tisch lag. Zwei Wochen war es nun her,
dass er Jessicas Zettel gefunden hatte... Zwei Wochen, seit er wusste, dass sie ihn verlassen hatte...
Seine Gedanken bewegten sich immerzu im Kreis... Wo war sie? Ist dieser Nathan bei ihr? Was hätte er tun können,
um sie zu halten? Warum war sie einfach so gegangen, ohne ein Wort?
Sein Bruder wusste etwas, das spürte er. Warum sagte er ihm nichts? Ryan hielt plötzlich mitten in der Bewegung inne,
als sich ein neuer, dunkler Gedanke einreihte... War Jessica vielleicht etwas zugestossen?!
Ruckartig richtete er sich auf, packte seine Jacke und stürmte energisch zur Tür hinaus. Sein Bruder sollte ihm nun endlich,
ohne jegliche Ausflüchte sagen, was los ist!
Kaum war er zur Tür hinaus, wäre er fast in seinen Bruder gerannt, der soeben zu ihm kommen wollte.
Noch ehe Ryan etwas sagen konnte, sah James ihn ernst an und meinte nur, er solle seine Sachen packen; sie hätten einen Einsatz.
In 20 Minuten werden sie von der JAWS am Flugfeld aufgenommen und zur DEIMOS gebracht.
Alle Einzelheiten zum Einsatz sollten an Bord der DEIMOS bekannt gegeben werden.
Ryan stellte keine Fragen; drehte auf dem Absatz um und packte routiniert seine Ausrüstung zusammen.
Seine privaten Probleme mussten wiedereinmal zurück stehen...
Hatte Jessica vielleicht doch recht... Hoffentlich ging es ihr gut...


***


Jessica stand in der Küche und bereitete das Abendessen vor. Vielmehr versuchte sie es warm zu halten,
denn Nathan kam schon wieder zu spät. Nachdem er eine weitere Stunde später noch immer nicht da war, stellte sie seufzend das Essen
in den Kühlschrank und nahm sich vorher noch eine Portion, in der sie eher lustlos herum stocherte, anstelle etwas zu essen.
Sie kam sich fast noch einsamer vor, als bei Ryan. Manchmal hatte sie das Gefühl Nathan ging ihr aus dem Weg,
aber den Gedanken schob sie ganz schnell wieder beiseite. Nathan arbeitete nur desswegen so viel, damit er später viel Zeit für
sie und das Baby hatte, sobald es da war. Trotzdem vermisste sie die Zeit, in der sie sich jeden Abend gesehen hatten...




***

Zwischenteil auf der DEIMOS



Textvorschlag von Volker; NSC von Ryan
Jessica verrät uns und stiehlt Material.

Ihr Verhalten sagte mir alles.
Als normaler Mensch war ich einfach nur platt.
Als Marine wurde mir klar, ich werde sie Wiedersehen und es wird
schmutzig...


***

Beschreibung Gajendra im Gefängnis; Unterhaltung mit Isaak Krealikov


***

Jessica suchte noch einige Unterlagen zusammen, denn das Labor sollte wegen irgendwelcher Unruhen
und einer bevorstehenden Supernova im Sonnensystem, evakuiert werden.
Kaum hat man sich eingelebt...

Ein ohrenbetäubender Knall riss sie hoch. Schwarz verhüllte Gestalten polterten mit gezogenen Waffen
die Wendeltreppe herunter und trieben die Wissenschaftler an die Wand.
Einer von ihnen kontrollierte jedes Namensschild der Wissenschaftler und ging dabei nicht gerade
zimperlich vor... Plötzlich riss er Prof.Dr.Dr.Dr. Anderson aus den Reihen der zitternden Geiseln.
"Sie kommen mit!" herrschte ihn der Terrorist an. "Der Rest rührt sich nicht, oder es gibt Tote!!!"
Jessica war wie versteinert vor Panik.


Das LARP beginnt!!!

Benutzeravatar
RespawnLARPer
Administrator
Beiträge: 48
Registriert: Mo 15. Feb 2016, 21:26
Wohnort: Eching
Kontaktdaten:

Re: Resident Evil vs ALIEN (Vorgeschichte zu einem LARP)

Beitragvon RespawnLARPer » Di 16. Feb 2016, 22:58

Das Tagebuch eines Mithäftlings von Gajendra

Dieses Buch gab es auf dem LARP zu finden:


Bild

Viel Spass beim Versuch es zu entziffern ;) ;o)



Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild



[b]Das Tagebuch wurde für das Raumschiff Highlander Meeting 55 / Resident Evil (15.-16.06.2007)
von Meinereiner erstellt.
[/b]


Zurück zu „LARP: Science-Fiction / Endzeit / Steampunk“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast